Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg

NameAmtszeit von bisJahre
Rudolf Hammer 1897-1905 8 Jahre
Hugo Dreifert 1905-1914 9 Jahre
Franz Schleusener 1914-1920 6 Jahre
Walther Ausländer 1920-1926 6 Jahre
Ernst Fresdorf 1926-1932 6 Jahre
Paul Szillat 1932-1933 1 Jahre
Erich Kreutz 1933-1937 4 Jahre
Wilhelm Sievers 1938-1945 7 Jahre
Max Herm 1945 1 Jahre
Fritz Lange 1945-1948 3 Jahre
Willi Pröllop 1949 1 Jahre
Otto Kühne 1949-1953 4 Jahre
Wilhelm Behnke 1954-1957 3 Jahre
Max Herm 1957-1965 8 Jahre
Reinhold Kietz 1965-1976 11 Jahre
Elvira Lippitz 1976-1985 9 Jahre
Klaus Mühe 1985-1990 5 Jahre
Helmut Schliesing SPD 1990-2002 12 Jahre
Helmut Schmidt SPD 14.03.2002-16.11.2003 1 Jahre
Dietlind Tiemann CDU 16.11.2003-12.10.2017 13,9 Jahre
Steffen Scheller CDU 25.02.2018- 2 Jahre (soll noch rechnen)

Brandenburgs Oberbürgermeister waren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts überwiegend Juristen und wurden offensichtlich sehr gut bezahlt. Wie anders wäre sonst zu erklären, dass es 1933 gleicht 114 Bewerber für diesen Posten gab.
13 Jahre zuvor gab es immerhin schon 80 Bewerber gegen die sich Walther Ausländer dank seines SPD-Parteibuches durchsetzen konnte. Er kassierte als Jahresgehalt zwischen 18.000 und 24.000 Mark.
Laut Brandenburgs Stadtarchivar Klaus Heß, der jetzt dazu im Historischen Verein einen Vortrag hielt, war dieser Oberbürgermeister ein kleinlicher Pedant. „Für seinen Umzug reichte er in der Stadtkasse eine Rechnung über 10.000 Reichsmark ein“, so Heß. Immerhin die Hälfte seines Jahreseinkommens. Doch beanstandet wurde nichts, sogar das Trinkgeld für die Träger hatte sich Ausländer quittieren lassen. Unter seiner Regie wurde nach dem Krieg in der Stadt das Notgeld, der so genannte „Haveldollar“, eingeführt. Und er setzte den Bau des Krematorium durch. Die Tragik daran: Er war der erste der 1926 auf dem dortigen Friedhof beigesetzt wurde.

Der OB-Posten diente oftmals als Sprungbrett. Ernst Fresdorf, der 1926 durch Losentscheid Stadtoberhaupt wurde, blieb bis 1931 im Amt. Dann folgte er dem Ruf der Stadt Köln, um dort als 1. Beigeordneter Stellvertreter von Konrad Adenauer zu werden.Auch Franz Schleusener stieg die Karriereleiter hinauf. Einen Tag nach Kriegsausbruch trat er 1914 seinen Dienst in der Havelstadt an. Die Zahl seiner Mitarbeiter schrumpfte ständig. Am Ende waren von 269 Stadtbediensteten 128 als Soldaten im Krieg. 1920 wurde er als Regierungspräsident nach Potsdam berufen. Ab 1925 war er Staatssekretär im preußischen Finanzministerium. Laut Heß gibt es bis heute keinen Nachweis über die Richtigkeit des Vornamens von Schleusener. Denn in Potsdam wird er bis heute als Frank Schleusener geführt. Einzige Quelle ist die „Geschichte der Chur- und Hauptstadt Brandenburg“ von Otto Tschirch, der ihn darin als Franz bezeichnet. „In allen Akten fehlt der Vorname oder es steht ein F. davor“, so Heß. Auch Hugo Dreifert verließ vorzeitig seinen Posten. Ende 1904 auf zwölf Jahre gewählt, wechselte er 1914 als Oberbürgermeister in seine Heimatstadt Cottbus. „Er war ein Freund schneller Entschlüsse und galt bei vielen Brandenburgern als ein wenig diktatorisch“, so Klaus Heß. Um Dreiferts Privatleben rankten sich derweil allerlei Gerüchte. Denn der Kaufmannssohn und Jurist blieb seines Lebens Junggeselle und lebte mit seinem Bruder zusammen. „Wenn er jedoch homosexuell gewesen wäre, hätte man ihn sofort aus dem öffentlichen Dienst entfernt“, so der Stadtarchivar. Als Dreifert 1925 in Cottbus starb, kondolierte Brandenburg – wie sonst üblich – allerdings nicht.

Senior unter Brandenburgs Oberbürgermeistern ist bis heute Rudolf Hammer. Er wurde erst 69-jährig in dieses Amt gewählt und trat mit 75 Jahren in den Ruhestand. Seinen Vorsitz im Historischen Verein, den er 37 Jahre lang inne hatte, legte er erst nieder als er zu schwerhörig war, um den Versammlungen zu folgen. Er ist neben Max Herm der einzige Oberbürgermeister, der Ehrenbürger seiner Stadt wurde. Die kürzeste Amtszeit im drittel des 20. Jahrhundert hatte mit Abstand Paul Szillat. Der gelernte Feinmechaniker war 1932 eigentlich nur zweite Wahl. Da der gewählte Bürgermeister Klimpel jedoch ablehnte, wurde Szillat von der SPD-Mehrheit zum OB gekürt. Die Kirche protestierte gegen die Wahl, weil Szillat Atheist war.
Die Nazis setzten ihn nach einjähriger Amtszeit im März 1933 ab.

Quelle: Märkische Allgemeine vom 28.November 2000

Die Bauunternehmerin Dietlind Tiemann hat die Stadt Brandenburg bei den Stichwahlen zum Oberbürgermeisteramt am Sonntag für die CDU erobert. Sie war nach 2002 zum zweiten Mal angetreten und auch erneut die Stichwahl erreicht. Beim ersten Mal unterlag sie dem Berliner Hochschulprofessor Helmut Schmidt (SPD) nur knapp mit 48,9 zu 51,1 Prozent – das waren gerade 616 Stimmen. Ebenso knapp verfehlte sie vor drei Wochen die absolute Mehrheit, distanzierte dabei aber den SPD-Kandidaten Norbert Langerwisch klar mit 48 zu 32 Prozent. Für Furore sorgte die studierte Betriebswirtin, frühere Bodenturnerin, Handballerin und Segelfliegerin, als durch ihre Initiative das berühmt-berüchtigte Loch auf dem Neustädtischen Markt zugeschüttet wurde. Es hatte lange Jahre den zentralen Platz der Stadt verunziert, weil nach archäologischen Grabungen vor dem geplanten Bau der neuen Rathausgalerie keine Einigung mit dem Investor erzielt wurde.

Am 11. September 2011 waren neue Wahlen. Wahlberechtigte 62.068 Bürger.

Frau Dr. Dietlind Tiemann errang im ersten Wahlgang die Mehrheit von 56 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von nur 43 Prozent.

Ab 12.10.2017 ist sie in den Bundestag gewählt worden. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt Steffen Scheller die Amtsgeschäfte bis zur nächsten Wahl im Februar 2018.

Zur Wahl am 25.02.2018 wurde Steffen Scheller mit 66 Prozent der Wahlbeteiligten zum Oberbürgermeister gewählt.

Polizei in der Stadt Brandenburg

Liste der Polizeichefs

von bisName
1952 1972 Major Werner Selch
1972 1986 Oberstleutnant Otto Schäfer
1986 Dez. 1989 Major Karl Becker
Dez. 1989 Jan. 2000 Polizeidirektor Norbert Langerwisch
07.02.2000 Mai 2002 Polizeidirektor Udo Becker
Mai 2002 20.12.2005 Leitender Krminaldirektor Burghard Neumann
01.01.2006 Juli 2011 Leitender Polizeidirektor Sven Bogacz
Juli 2011 31.01.2020
(8.57 Jahre)
Direktor in der Polizeidirektion Peter Meyritz bzw. Direktor beim Polizeipräsidium (DbPP)
01.02.2020noch nicht ernannt

Die Geschichte der Polizei in Brandenburg an der Havel reicht viele Jahrzehnte zurück. In der Magdeburger Straße in der sich heute das Behördenzentrum befindet war eine Polizeischule untergebracht. Diese Polizeischule bestand bis 1933. Dann zog das Militär in diesen Komplex der 1945 zerstört wurde. 1955 wurde in der Magdeburger Straße 52 das Volkspolizeikreisamt Brandenburg erbaut. Da die damalige Volkspolizei als fester Bestandteil der „bewaffneten Organe“ galt waren auch die Leiter des Volkspolizeikreisamtes mitlitärische Leiter.

Erst am 11.Oktober 1991 wurde aus dem Volkspolizeikreisamt die Polizeihauptwache Brandenburg. In der Stadt Brandenburg war ein Reviere eingerichtet worden. Es befand sich bis 1991 in der Packhofstraße. Die Polizeihauptwache unterstand dem Polizeipräsidium in Potsdam. Eine erneute Strukturänderung am 01. Juli 2002 wandelte die Polizeihauptwache in den Sitz des Schutzbereiches mit einer Pollizeiwache Brandenburg.

Juli 2011 wurde eine erneute Strukturänderung begonnen. Der jetzige Schutzbereich wurde in eine Direktion umgewandelt und die Polizeiwache wird zu einer Inspektion.

Organigramm eines Volkspolizeikreisamtes (pdf)

Organigramm eines Schutzbereiches
(pdf)

Organigramm einer Direktion (pdf)

Im Sommer 2013 wurde mit dem Abriss einiger alter Gebäudeteile begonnen. Es ist geplant ein neuen Anbau zu errichten.
So wurde am 20.08.2013 das alte Nebengebäude und der Anbau, welcher erst 1972 errichtet wurde, abgerissen. Der Neubau mit seinen drei Etagen kommt gut auf Grund des milden Winters gut vorran. Nach dem Brauchtum der Bauleute findet nach dem Errichten der Dachkonstruktion oder gießen der letzten Betondecke ein Richtfest statt. Zu dem Fest sind alle Beteiligen am Bau eingeladen. Bei öffentlichen Bauten kommen auch Politiker und würdigen die Leistung der Bauleute. Traditionell werden Segensprüche für das Haus und der dort „wohnenden und arbeitenden“ Menschen gesprochen. Wenn der Bauherr geizig ist, wird ihm statt des Richtbaums ein Stahlbesen aufs Dach gestellt. Dieser ist mit Flaschen und allerlei Müll behängt oder es wird ein so genannter Lumpenmann auf das Dach aufgestellt. So ist es am 02. April 2014 geschehen. Ob hier noch das Richtfest nachgeholt wird? Am 26.05.2014 wurde das Richtfest nachgeholt. Im Herbst 2014 begann der Innenausbau. Die Fassade aus Glas und Metall wurde geschlossen und man kann das neue Erscheinungsbild erkennen. Ob die schwarze Farbe nun Schick ist muss jeder selbst beurteilen. In der Sonne zeigt sich eine moderne Fassade die bestimmt Nachts ebenso interssant ist. Fertigstellung ist im Sommer 2015 geplant.

Im Februar 2018 war die Rekonstruktion und Modernisierung des Bestandsgebäudes fertig und fügte sich an das neue Gebäude an.